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Knick-Plattfuß

Es gibt verschiedene Formen und Ausprägungen der Knick-Plattfuß-Fehlstellung.

Oft angebohren, erworben oder auch durch einen Unfall verursacht macht eine milde Fehlstellung meist keine Beschwerden. Beim Auftritt weicht die Ferse nach außen ab, die Längswölbung des Fußes flacht ab und der Mittelfuß mit den Zehen wandern ebenfalls seitlich aus. Die Fehlstellung kann anfänglich oft durch Muskel-Sehnenkraft kompensiert werden.

Im weiteren Verlauf kommt es jedoch durch die dauerhafte unphysiologische Belastung zu Beschwerden und Dauerschäden wie Sehnendegeneration und Risse sowie zur Arthrose und Einsteifung des Fußes in der Fehlstellung.

Typische Beschwerden sind z.B. Schmerzen und Schwellung unter bzw. hinter dem Innenknöchel als Zeichen einer Zerstörung der hier verlaufenden Tibialis postertior Sehnen (Tibialis posterior Insuffizienz), die in gesundem Zustand den Fuß aufrichtet und korrigiert. Weiter kommt es zu Schmerzen unter dem Außenknöchel, schmerzhafte Schwielenbildung über dem Fußinnenrand und sehr oft zu einem Hallux valgus.

Behandlung
Viele Jahre gab es nur die Behandlung mit Einlagen und die Versteifungsoperation (Double oder Triple Arthrodese). Seit 10-15 Jahren versucht man nun immer intensiver die Füße ohne Gelenkversteifungen zu korrigieren. So lange die Fehlstellung noch flexibel und die Tibialis posterior Sehne erhalten ist, ist dies auch bei Erwachsenen möglich.

Spiraldynamik:
Die Spiraldynamik ist eine besondere Form der Krankengymnastik, in der der Patient aktiv selbst versucht gesunde Bewegungsabläufe die den Fuß stabilisieren und korrigieren zu erlernen. Insbesondere bei Kindern, wo die Wachstumsfugen noch nicht verschlossen sind, kann auf schonende Art und Weise der Fuß in die physiologische Form gebracht und so „auswachsen“.

Arthrorise:
Die Arthrorise ist ein minimalinvasiver Korrektureingriff, der ebenfalls hauptsächlich bei Kindern mit offenen Wachstumsfugen durchgeführt wird. Durch das Einbringen eines kleine Titanimplantates in den Sinus tarsi wird die Auswärtskippung der Ferse aufgehoben und der Fuß kann in der korrekten Form weiter wachsen. Das Implantat wird nach Abschluß des Wachstums wieder entfernt.

Gelenkerhaltende Knick-Plattfuß Chirurgie:
Dies Art der Plattfußkorrektur versucht alle Fehlstellung mit einzubeziehen ohne jedoch eine Gelenk zu schädigen bzw. zu versteifen. Das Fersenbein muss jedoch hierfür verlängert und ggf. auch nach innen verschoben werden. Oft ist es notwendig nach Erreichen der natürlichen Fußstellung die Achillessehne, die sich verkürzt hat, zu verlängern. Dies ist über einen kleinen Schnitt an der Wade möglich. Da das führende Symptom und Schmerzbild des Patienten die Sehnenschwäche bzw. die Degeneration der Tibialis posterior Sehne ist, muss diese unbedingt revidiert und ggf. durch die Nachbarsehne (FDL -Transfer) verstärkt werden. Weiter Zusatzeingriffe wie die Naht des Pfannenbandes (Springligaments), Verstärkung der Längswölbung durch eine Cotton Osteotomie und evtl. Mitkorrektur des Hallux valgus können notwendig sein.

Korrektur durch Gelenkversteifung :
Durch die Auflösung des unteren Sprunggelenkes, welches aus insgesamt 3 unterschiedlichen Gelenken besteht kann auch eine massive eingesteifte Knick-Plattfußfehlstellung korrigiert werden. Der Rückfuß wird in eine physiologische Stellung gebracht und die Gelenk in dieser Position verschraubt. Entsprechend der Anzahl der einbezogenen Gelenke spricht man von einer Single-, Double -, oder Triple Arthrodese.