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Beschwerden und Diagnostik

In der Regel führt ein voranschreitender Gelenkverschleiß (Arthrose) zu zunehmenden Belastungsschmerzen, die einen Funktionsverlust und eine Abnahme der Lebensqualität verursachen. Das Charakteristikum einer Arthrose ist der irreversible Verlust des originären Knorpelüberzuges auf den belastungstragenden Knochen eines Gelenkes.

Folgende Fragen  sollten vor der gemeinsamen Entscheidung zur Implantation einer  Hüftprothese beantwortet werden:

1.      Hat der Patient adäquate Beschwerden ?
Am Hüftgelenk beginnen die Beschwerden häufig mit leichten Anlaufschmerzen, die sich in der Regel auf die Leiste projizieren. Zu Beginn reagieren die Schmerzen gut auf entzündungshemmende Medikamente wie Voltaren oder Ibuprofen. Bei Zunahme des Gelenkverschleißes (Arthroseentwicklung) entwickelt der Patient dann oft ein Schonhinken mit kleinschrittigem Gangbild und er hat Schwierigkeiten z.B. beim Schuhe bindenoder ins Auto steigen.

2.      Sind die Beschwerden durch das Hüftgelenk verursacht ?
Im Rahmen der ambulanten Untersuchung in unserer Praxis werden die Gelenke mit der jeweiligen Funktion und der Beschwerdesymptomatik genau untersucht; es muß insbesondere sichergestellt werden, dass die vermeintlichen Hüftprobleme  nicht durch andere Ursachen bedingt sind.

Hier sind vor allem degenerative Rückenveränderungen zu nennen, die häufig über die Nervenirritationen in die Leistenregion einstrahlen können; auch Erkrankungen im Bauchraum und Gefäßveränderungen können Beschwerden im Hüftbereich verursachen.

Ein zentraler Bestandteil der  Diagnosestellung ist die konventionelle Röntgendiagnostik; eine zusätzliche Kernspintomographie (NMR) ist am Hüftgelenk nur in Ausnahmefällen nötig.

Endoprothetik am Hüftgelenk

Der komplette Ersatz eines Hüft- oder Kniegelenkes ist eine große Operation, die nur nach kritischer  Bewertung der Patientensituation durchgeführt werden darf;
Die Diskussion über die zu häufige und eventuell auch zu leichtfertige Implantation einer Endoprothese in Deutschland  ist aus unserer Sicht berechtigt;
Bei uns gilt der Grundsatz, dass wir keine Röntgenbilder,  sondern Patienten operieren; 
Nicht jede radiologisch nachweisbare Arthrose muß Beschwerden machen.

Therapieoptionen

Hüftarthrose

Hier sind die gelenkerhaltenden Möglichkeiten sehr begrenzt; sogenannte „Knorpelaufbauspritzen“ oder schmerzreduzierende Gelenkinjektionen sind nur in ganz wenigen Ausnahmefällen gerechtfertigt. 

Auch die Möglichkeiten mit einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) Knorpelveränderungen zu glätten oder Verknöcherungen abzutragen sind nur in seltenen Sondersituationen zu empfehlen; in den meisten Fällen geht es darum, die Zeit bis zur Implantation einer Hüftprothese mit entzündungs- und schmerzhemmenden Medikamenten hinauszuzögern.

Gelenkersatz

Sollte nach kritischer Prüfung aller Befunde und Berücksichtigung der individuellen Begleitfaktoren die gemeinsame Entscheidung zum Gelenkersatz getroffen werden, wird im Rahmen der Sprechstunde die Operationsaufklärung vom Operateur durchgeführt. Sie erhalten über unser Op-Zentrum einen Operationstermin und alle wichtigen Informationen für die präoperative Vorbereitung;

Die endoprothetischen Operationen an Hüft- und Kniegelenk werden in der Regel donnerstags  in der Filderklinik Bonlanden durchgeführt; Dr. Lind ist Sektionsleiter für die Endoprothetik und kommt fast täglich zur Visite und zum Verbandswechsel; die stationäre Aufnahme erfolgt meist mittwochs vor der Operation und der stationäre Aufenthalt wird zwischen 8 und 12 Tagen angeboten; im Anschluss an die Operation beginnt rasch die Mobilisierung unter physiotherapeutischer Anleitung;  für die ersten 10 Tage nach der Operation empfehlen wir zur Optimierung der Wundheilung eine Teilbelastung mit 20kg Körpergewicht; damit die Patienten wieder ein normales und symmetrisches Gangbild erlernen, sollten über 3 Monate Unterarmgehstöcke eingesetzt werden; Nach der stationären Behandlung in der Filderklinik schließt sich in der Regel über 3 Wochen eine Anschlußheilbehandlung an; diese kann ambulant oder stationär durchgeführt werden; bereits vor der Operation nimmt die Sozialabteilung der Filderklinik mit den Patienten Kontakt auf, um den Ort der Anschlußheilbehandlung und die Wünsche der Patienten mit der zuständigen Krankenkasse abzustimmen; Nach Beendigung der Rehamaßnahme finden die weiteren Kontrollen wieder in der Arkadenklinik statt mit Röntgenkontrolle und weiteren ambulanten KG-Rezepten.

Hüft-Totalendoprothese

Bei Vorliegen einer symptomatischen Coxarthrose mit eindeutigen radiologischen Kriterien besteht die Indikation zur Implantation einer H-TEP. Bei der Operation werden die beiden Gelenkpartner (Hüftpfanne und Oberschenkelkopf) entfernt und durch geeignete Implantate ersetzt. In der Regel wird sowohl die Pfanne als auch der Schaft zementfrei eingesetzt. Auf den Oberschenkelschaft wird ein passender Metall- oder Keramikkopf aufgesteckt. Dieser bewegt sich dann in einem hochvernetzten Polyethylen-Inlay, das in die Metallpfanne eingeklickt wird.

Röntgenbild prä- und postoperativ
Implantat-Komponenten