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Arthrose

Was ist Arthrose und wie entsteht sie?
Der Knorpel beschichtet die Oberflächen der Gelenke und bildet dabei eine ideale reibungsarme Gleitfläche. Der hyaline Knorpel besteht fast ausschließlich aus einer Grundsubstanz (Matrix). Diese stellt ein dreidimensionales Netzwerk aus kollagenem Fasergewebe mit einer hohen Wasserbindungsfähigkeit dar. Nur 1-3% des Knorpelvolumens besteht aus lebenden Zellen (Chondrozyten). Sie ernähren sich allein durch Diffusion aus der Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit). Der Knorpel hat weder eine Blutversorgung noch Nervenzellen.

Dies erklärt die besonderen biomechanischen Eigenschaften des Knorpels, die bisher von keinem künstlichen Werkstoff erreicht werden. Er ist sehr stabil, um hohe Druckkräfte aufzunehmen und er hat eine gewisse Elastizität, um Stoßbelastungen und Verformungen wieder auszugleichen. Gleichzeitig hat er zusammen mit der Synovialflüssigkeit einen sehr geringen Reibungskoeffizienten. Andererseits können Verletzungen oder ein Verschleiß des Knorpels nicht wie bei anderen Geweben (z.B. Haut oder Knochen) durch nachwachsendes Gewebe (Regeneration) ausheilen. Es fehlen die dazu notwendigen Zellen und die Blutversorgung.

Von einer Arthrose spricht man, wenn sich im Röntgenbild sichtbare Veränderungen nachweisen lassen: Verschmälerung des Gelenkspaltes, Verdichtung des Knochen und Knochenneubildung an den Gelenkflächen. Bevor die Arthrose im Röntgenbild erkennbar wird, kommt es schon zu Veränderungen der Knorpeloberfläche, die meist nur bei der Arthroskopie zu erkennen sind.

Man unterscheidet 4 Grade des Knorpelschadens:

Grad I
Rauheit und Erweichung

Grad II
oberflächliche, Risse ausgefranst

Grad III
tiefe, teils lappenförmige Defekte

Grad IV
freiliegender Knochen

Die Ursachen für das Entstehen einer Arthrose sind vielfältig. Mit zunehmendem Alter wird der Knorpel unelastisch und nutzt sich schneller ab. Neben dem Alter spielen mehrere Risikofaktoren eine entscheidende Rolle. Vor allem Fehlbelastungen der Gelenkfläche durch lockere Bandführung, X- oder O-Beine und der Verlust des Meniskus beschleunigen die Abnutzung der Gelenkfläche. Neben dem Übergewicht und Bewegungsmangel ist auch eine individuelle Veranlagung für die Entwicklung einer Arthrose verantwortlich.

Die Beschwerden bei einer Arthrose treten in unterschiedlicher Form und Intensität auf und stehen nicht immer in Beziehung zum Grad des Knorpelschadens. Durch den Knorpelabrieb wird eine Entzündung im Gelenk ausgelöst, die zu Schmerzen, Erwärmung, Schwellung und zur Bildung eines Gelenkergusses führt. In späteren Stadien wird die Beweglichkeit des Gelenkes zunehmend eingeschränkt, die Gehstrecke verkürzt sich und es treten auch im Ruhezustand Schmerzen auf.

Was kann man tun bei der Diagnose Arthrose:
Die Therapie der Arthrose muss immer auf den individuellen Einzelfall abgestimmt sein. Es gibt kein allgemeingültiges einfaches Therapiekonzept. Je nach Alter und Ausmaß der Arthrose kommen sowohl konservative als auch operative Therapien in Frage.
Bei der konservativen Behandlung stehen medikamentöse Maßnahmen und Änderungen in der Lebensführung im Vordergrund.
Medikamente zum Knorpelaufbau gibt es leider nicht, aber man kann durchaus den Fortschritt der Arthrose verlangsamen und die Beschwerden lindern. Umfangreiche Untersuchungen haben bestätigt, dass die Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel mit dem Wirkstoff Glucosamin und Chondroitin einen positiven Effekt auf die Arthrose- beschwerden ausüben. Das gleiche gilt für die Injektion von Hyaluronsäurepräparaten in den Gelenkraum.Bei akuten Entzündungen hilft die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten oder die Injektion von Kortison in das Gelenk.

Bei sportlichen Aktivitäten sollten harte Belastungen der Gelenke vermieden werden. Das sind vor allem Hallen- und Sprungsportarten (Tennis, Handball, Joggen usw.). Regelmäßige Bewegung ist dagegen für den geschädigten Knorpel sehr wichtig, da er die Diffusion d.h. den Nährstofffluss im Knorpel anregt. Der Knorpel wird wie ein Schwamm ausgepresst und saugt sich anschließend wieder voll. Ideale Sportarten sind Radfahren, Walking, Schwimmen und Fitness an gelenkschonenden Geräten. Als Nebeneffekt wird durch eine kräftigere Muskulatur die Gelenkstabilität verbessert und der Verschleiß vermindert. Die Erfahrung zeigt, dass Sportler selbst bei einer schweren Arthrose viel weniger Beschwerden haben.

Die Ernährung ist primär auf eine Gewichtsreduktion ausgerichtet. Dabei ist auch auf eine säurearme Kost mit wenig Fleisch und viel Obst und Gemüse und einer ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme zu achten. Besonders Menschen mit Neigung zu hohen Harnsäurewerten leiden schnell unter Entzündungen der geschädigten Gelenke. Entzündungshemmend wirken auch Omega-3-Fettsäuren (z.B. in Fischen und Walnüssen).

Viele Hilfsmittel erleichtern ebenfalls die Beschwerden bei der Arthrose. Z.B. stoßabsorbierendes Schuhwerk, die Benutzung eines Wanderstockes oder eine Gelenkbandage.

Durch Physiotherapie können Fehlhaltungen korrigiert oder Gelenksteifen mobilisiert werden. Manuelle Lymphdrainagen regen den Lymphabfluss an und bauen entzündliche Schwellungen ab.

Die operativen Therapien richten sich nach Lokalisation und Ausmaß der geschädigten Knorpelfläche.
Lokale Knorpeldefekte können durch Mikrofrakturierung oder Knorpeltransplantation gedeckt werden (siehe Knorpeltransplantation).
Einseitige Gelenkbelastungen können durch Umstellungsosteotomien korrigiert werden (siehe Tibiakopfumstellungsosteotomie). Wichtig ist auch die Gelenkstabilisierung bei Bandverletzungen als Arthroseprophylaxe (siehe Kreuzbandoperation).
Bei weit fortgeschrittener Arthrose Grad IV hilft dann nur noch der endoprothetische Oberflächenersatz. Damit kann meist eine weitgehende Schmerzfreiheit erreicht werden. Die Haltbarkeit der heutigen Prothesen im Kniebereich beträgt heute oft bis zu 25 Jahren.