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Handgelenksbruch (distale Radiusfraktur, handgelenksnaher Speichenbruch)

Therapie:

konservativ: bei unwesentlicher Verschiebung (Dislokation) mit Ruhigstellung in einer Gipsschiene; zunächst engmaschige Röntgenkontrolle um eine sekundäre Stellungsverschlechterung rechtzeitig zu erkennen; eventuell nach Rückgang der Schwellung zirkulärer Gips für 4-6 Wochen in Abhängigkeit des Bruches.

operativ: bei stärkerer Verschiebung der Bruchstücke und Fehlneigung der Gelenkfläche (Böhlerwinkel). In Abhängigkeit der Fehlstellung kommen verschiedene Stabilisierungsmethoden (Osteosyntheseverfahren) zur Anwendung.

1. Stabilisierung mit Kirschner-Drähten:

nur noch seltene Versorgung bei Brüchen ohne Gelenkbeteiligung und fehlender Trümmerzone oder bei jüngeren Patienten mit guter Knochenqualität.

Technik: kleiner Schnitt über dem Proc. Styloideus radii mit Darstellung des Nerven; geschlossene Reposition (Wiedereinrichtung der korrekten Stellung durch starken äußeren Zug ohne offene Freilegung des Bruches) und Stabilisierung mit 2 bis 3 K-Drähten. Die K-Drähte werden unter der Haut versenkt und nach ca. 6-8 Wochen in lokaler Betäubung entfernt.

2. Stabilisierung mit einer winkelstabilen Platte (volare Platte):

häufigste Versorgung der handgelenksnahen Speichenbrüche bei älteren Patienten mit schlechter Knochenqualtität, ausgeprägter dorsaler Trümmerzone oder Gelenkbeteilung.

Technik: kleiner Schnitt über der Sehne des M. flexor carpi radialis und Freilegung des M. pronator teres über dem Knochenbruch, vorsichtiges Weghalten der Arteria radialis und des N. Medianus. Anatomisches Wiedereinrichten der Bruchstücke und Stabilisierung mit einer dünnen Spezialplatte (winkelstabile volare Platte), die unter den Muskel eingeschoben wird. Die Platte muss in der Regel nicht entfernt werden.

Beispiel 1: Handgelenksbruch einer jungen Balletttänzerin

Beispiel 2: Sturz beim Tennisspielen

aufgrund der Komplexität CT Diagnostik